Neun Regeln, damit zwanzig Agenten einander nicht im Weg stehen.
Diese Regeln sind nicht aus einem Leitfaden abgeschrieben. Jede einzelne ist entstanden, nachdem etwas schiefgegangen ist — und jede hat einen Schlüssel, unter dem sie nachgeschlagen werden kann.
Aktiv suchen, nicht zufällig finden
Bei jeder Berührung von Code wird geprüft, ob im betroffenen Bereich toter Fachcode, verwaiste Felder oder überholte Einträge liegen. Eine Regel, die nur greift, wenn etwas auffällt, greift nicht.
Claim-Pflicht je Modul
Bevor zwei Sitzungen in denselben Dienst schreiben, steht eine Zeile auf dem Claim-Board. Prospektiv — also bevor etwas überschrieben wird.
Protokoll statt Versionsgeschichte
Jede Sitzung, die Dateien ändert, führt ein lesbares Protokoll. Die Versionsgeschichte zeigt was; das Protokoll zeigt warum und in welcher Reihenfolge über parallele Sitzungen hinweg.
Oberfläche wird angesehen, nicht behauptet
Wer eine Oberflächenänderung als fertig meldet, hat sie vorher im Browser benutzt — nachweisbar, nicht als Vorsatz.
Eigener Arbeitsbaum je Agent
Claims schützen vor beabsichtigter Doppelarbeit. Getrennte Arbeitsbäume schützen vor dem unbeabsichtigten Kollateralschaden repo-weiter Befehle.
Kein Publizieren nach außen
Kein Agent gibt Inhalte an einen fremden Host. Der Maßstab ist nicht Personenbezug, sondern ob etwas die eigene Infrastruktur verlassen hat — auch anonymisiert.
Ein gemeinsames Zustandsbrett
Claims sagen, wer welche Datei anfasst. Das Zustandsbrett sagt, was gerade über das laufende System gilt — die Frage, die sonst niemand beantwortet.
Auch Backlog-Themen sind claimbar
Die Kollision beginnt vor dem Code: beim Thema, das sich jemand nimmt. Die Themenliste ist deshalb eine Aufgabenliste, kein Fließtext.
Zwischendateien gehören ins Projekt
Analyseauszug, vorbereitete Nachricht, einmaliger Wert: in das Repo, zu dessen Arbeit sie gehören — nie ins Benutzerverzeichnis.